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Open
Space Berlin ist eine international vernetzte Plattform von Künstlern
aus den Bereichen Performance-Art, Theater und Bildende Kunst. Schwerpunkt
ist die Interaktion im öffentlichen Raum mit künstlerischen
Aktionen. Abseits vom Mainstream veranstaltet und organisiert Open
Space Festivals, Performance und Ausstellungen.
Neben
der Organisation kultureller Veranstaltungen tritt das Open Space
Kollektiv auch als Performunion Open Space (siehe web www.performunion.de)
als Künstlergruppe mit eigenen Performance Art- und in der
Vergangenheit mit Theaterprojekten und Austellungen ins Rampenlicht.
Zum
engeren Kreis des Open Space Berlin gehören die KünstlerInnen
Amy J. Klement (Performance- Textile Kunst), Franziska Bosse (Performance),
Philip Kevin Brehse (Schauspiel, Regie, Musik), Michael Steger (Kurator,
Schauspieler und Performance), Nicholas Puyjalon (Performance),
Thomas De Pascalis (Lichtinstallationen), Luz Scherwinski (Audio/Visuel
Mediendesign) und der Installationskünstler Alfredo Sciuto.
Das
Open Space Berlin hat ein Büro und Archiv im Volksluxus, dem
Atelier der Künstler Michael Steger und Thomas De Pascalis.
(siehe web www.volksluxus.net)
Diese Werkstattgalerie ist neben ihrer Funktion als Manufaktur für
Licht und Schmuck ein Ort für Kommunikation von Künstlern
und der lokalen Nachbarschaft.
Unter dem Veranstaltungstitel Kult im Bullenwinkel bespielen
wir vorzugsweise in den Sommermonaten den im Herzen Kreuzberg 36
gelegenen Platz vor unserer Haustür am Ende der Naunynstrasse,
bekannt im Volksmund als "Bullenwinkel". (Vor langer Zeit
gab es an dieser Stelle einmal einen Viehmarkt!).
In der Vergangenheit transformierten wir diesen Parkplatz zum Schauplatz
für Performance Art, Theater- und Filmaufführung und Installationen.
Siehe Fotogalerie>
Kult
im Bullenwinkel wird von Volksluxus in Kooperation mit unseren Nachbarn
in der Naunynstrasse, den Anwohnern, dem Gartenstudio (Galerie für
soziale Kunst), der Taschenmanufaktur Pelle Mia und der Werkstatt
Die Restauratorinnen iniziert und unterstützt.
Ziel ist es die Vielfalt der künstlerischen Produktion in unserem
unmittelbarem Umfeld für Jedermann/frau im öffentlichen
Raum, sichtbar und erlebbar zu machen.
Die Lebendigkeit der Projekte ist ein Resultat eines partizipatorischen
Prozesses den wir in unserem von kultureller Vielfalt geprägten
Kiez auslösen und stärken wollen. So können an den
Veranstaltungen viele mitwirken, als Darstellende, als Publikum
oder bei der praktischen Umsetzung, der Infrastruktur. So hoffen
wir den interkulturellen Dialog weiterzuentwickeln und das Potential
der Naunynstrasse in Berlin bekannter zu machen.
Historie:
Von 1998-2006 war das Open Space Berlin das Kulturprojekt des gemeinnützig
anerkannten Kleingeist e.V. gegründet von Gabriele Eichstätt,
Michael Steger und Philip Brehse.
Das Open Space Berlin unterstützte gemäß der Satzung
des Vereins Kunst, Kultur und politische Bildung.
Kleingeist e.V. war und ist noch heute im wesentlichen die Hausgemeinschaft,
die in Nachfolge der Hausbesetzter- Generation das Haus sanierte
und bewohnt.
In den Vereinsräumen in der Adalbertstr.32 etablierte sich
das Open Space zu einem freien Kulturzentrum, welches sich als Brückenpfeiler
zwischen den Bezirken Kreuzberg Friedrichshain und Berlin Mitte,
unweit des ehemaligen Todesstreifen der Berliner Mauer und weit
darüber hinausdefinierte.
Open
Space organisierte nach dem Prinzip Artists represent Artists
zahlreiche Kunsthappenings, Performance Art, Theater, Konzerte und
Ausstellungen.
In Kooperation mit dem Theaterhaus Mitte, Förderband e.V. und
dem Mime Centrum Berlin entstanden zur Jahrtausendwende in Zusammenarbeit
mit den Regisseuren Philip Kevin Brehse und Arno Kleinofen spektakuläre
Straßentheater Inszenierungen wie "Antigone im Bannkreis",
"Die Bakkchen", "Die Stadt soll zahlen", eine
Trilogie antiker Tragödien im Spiegel der Gegenwart. Aufführungsorte
waren unter anderem der Helmholtzplatz, Prenzlauer Berg, das Kulturzentrum
KÖPI, der Mauerstreifen vor unserer Haustür, wo alljährlich
auch unser legenderes Straßenfest "Mauerstrip" mit
Wagenrennen und bis zu drei Konzertbühnen stattfand. Diese
Feste mit NON STOP Programm, Modeschauen, Theateraufführungen
und viel elektronischer Musik dauerten dank der damals noch funktionierenden
Strukturen in der Zusammenarbeit mit dem Kulturamt Mitte manchmal
bis zu drei Tagen, bis es dem Ordnungsamt dann doch zuviel wurde.
Wo
bleibt das kulturelle Gedächtnis?
Der Open Space Laden war fast täglich geöffnet und beherbergte
für seine Größe ein erstaunlich vielfältiges
Programm, welches im Wesentlichen durch die öffentliche Bühne
zur wöchentlichen Volksküche und einem endlosen Plenum
strukturiert war.
Die
Aktivitäten, die von Open Space ausgingen waren jedoch nicht
ausschließlich Kunst und Kultur.
Die Mauerstreifen Initiative sorgte in langer Auseinandersetzung
mit dem Grünflächenamt und den betroffenen Anwohnern dafür
dass ca. 50m Wildwuchs auf dem zum Park umgestalteten Mauerstreifen
bis heute erhalten blieben.
Obwohl die kulturellen Unternehmungen des Projektes in der Vergangenheit
immer wieder durch die Stadt Berlin gefördert wurden, geriet
das Open Space durch die politischen Aktivitäten einzelner
Gruppen für die das Open Space Gastgeber war in das Visier
der Behörden.
Auslöser war eine Veranstaltung Berliner G8 Aktivisten zum
Thema Weltwirtschaftsgipfel im Oktober 2005, die vom BKA kontrolliert
wurden.
Gegen die politischen Aktivitäten konnte das Ordnungsamt zwar
nichts ausrichten, sie setzten den Hebel jedoch an anderer Stelle
an:
2005 hatten sich die Gesetze geändert die den Ausschank von
Alkohol in Vereinsräumen regeln. Mehrer Gerichtsverhandlungen
hatten schließlich zur Folge dass die damals sehr beliebte
Bar und Volksküche und damit die stetige Einnahmequelle eliminiert
werden musste.
Damit nicht genug bestand das Wirtschaftsamt darauf dass alle kulturellen
Aktivitäten gewerbsmäßig angemeldet werden sollten.
Diesem Druck der Institutionalisierung und Kommerzialisierung und
dem damit verbunden erheblichen bürokratischen und finanziellen
Mehraufwands wollte und konnte sich das Kollektiv nicht beugen.
Der Laden wurde schließlich aufgegeben und die Verantwortlichen
blieben trotz Solidarität aus der Szene auf den Schulden sitzen.
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