Otto Beisheim ist der Gründer des Metro-Konzerns. Zum Metro-Konzern gehören u.a. Real, Extra, Kaufhof, Saturn und Media Markt. Otto Beisheim ist einer der reichsten Männer Deutschlands. Er lebt extrem zurückgezogen, lässt sich kaum je fotografieren und gibt keinerlei Interviews. Warum?
In seiner verbreiteten Vita ist seine Jugend komplett ausgespart. Indizien weisen darauf hin, dass er identisch ist mit jenem Otto Beisheim, der SS-Scharführer bei der SS-Leibstandarte Adolf Hitler gewesen ist. Das war die SS-Elitetruppe und persönliche Leibgarde Hitlers. Namenslisten gibt es nicht, bekannte Mitglieder waren aber unter anderem ein Otto Beisheim, Joseph Mengele und Franz Schönhuber. Die Indizein sind eine Krankenakte in der Wehrmachtsauskunftsstelle von 1943 und ein Artikel von Franz Schönhuber, in dem er schreibt, er habe wie Otto Beisheim bei der SS-Leibstandarte "seine Ausbildungszeit absolviert".
Bevor der Metro-Konzern in den sechziger Jahren auftrat und sich überraschend schnell zu einem gigantischen Unternehmen wandelte, lebte Otto Beisheim bereits in der Schweiz. Hartnäckig halten sich Gerüchte, denen zufolge Otto Beisheim als jüngstes Mitglieder der SS-Leibstandarte derjenige war, der bei deren Auflösung das SS-Vermögen in die Schweiz rettete. Dann wären also unter anderem die Gelder aus den Gewinnen der von der SS unterhaltenen Konzentrationslager, deren Befreiung nun gerade 60 Jahre her ist, die die Basis des Vermögens dieses Mannes ausmachen.
Otto Beisheim hat mehrere Wohnsitze, neben dem genannten Haupt- und Steuerwohnsitz in der Schweiz auch die oberste Etages des skandalumwittertsten Gebäudes am Potsdamer Platz bzw. Leipziger Platz: das Beisheim-Center auf dem so genannten Lenné-Dreieck.
Das Lenné-Dreieck ist mit der Geschichte Berlins verbunden wie kaum ein anderes Grundstück. Dort stand früher ein Kaufhaus der Familie Wertheim, die es im Zuge der "Arisierung" verlor - es wurde von der Deutschen Bank verwaltet.
Anschliessend wurde das Grundstück ein Teil des sowietischen Sektors und dann der DDR, welche es enteignete. Die Berliner Mauer umschloss das Dreieck nicht, sondern das zur DDR gehörende Grundstück lag auf der Westseite der Berliner Mauer. In den achtziger Jahren war das Gelände besetzt und Schauplatz des so genannten Mauersprungs, bei dem mehr Personen vom Westen in den Osten flüchteten als je in der Gegenrichtung.
1991 übertrug der Senat das Grundstück kostenlos an den Karstadt-Quelle-Konzern als den offiziellen Rechtsnachfolger der Wertheims. Karstadt-Quelle verkaufte einige Jahre später das Grundstück für ganze 145 Millionen Euro an Otto Beisheim. Danach kam Karstadt-Quelle in massive Schwierigkeiten.
Otto Beisheim ließ auf dem Gelände das nach ihm benannte Center errichten und behielt sich die oberste Etage als persönliches Penthouse vor. Diese Baustelle war die unzugänglichste des gesamten Potsdamer Platz. Zur Feier der Umbenennung des Vorplatzes in Inge-Beisheim-Platz spielte dort eine Kapelle der Gebirgsschützenkompanie aus Otto Beisheims zweitem Wohnsitz, Tegernsee; diese unterhalten unter anderem eine "Otto Beisheim-Hütte" in den Alpen. Dieser "Traditionsverein" geht zurück auf jene Wehrmacht-Eliteeinheit, die u.a. die Ermordung von 4.000 italienischen Kriegsgefangenen auf der Insel Kephallonia 1943 in Griechenland vornahmen - ein bis heute ungesühntes Kriegsverbrechen.
"Das Beisheim-Center ist ein Bekenntnis zur Hauptstadt und zur Zukunft Berlins", sagte bei der Grundsteinlegung des Beisheim-Centers Beisheims Nachfolger in der aktiven Metro-Führung Erwin Conradi. Er hoffe, dass das, "was wir heute vergraben, so schnell nicht wieder auftaucht", und erklärte auf die Frage nach Beisheims Vergangenheit, entscheidend sei doch nur, dass er 250.000 Arbeitsplätze geschaffen habe.
Im März 2005 errungen die Wertheim-Erben einen jurisitschen Sieg: nun wurde anerkannt, dass der Karstadt-Quelle-Konzern nicht rechtmäßiger Eigentümer dieses und anderer Grundstücke war. Die Wertheim-Erben haben damit jetzt eine rechtmäßige Forderung an KarstadtQuelle in Höhe des Wertes dieses Grundstücks: 145 Millionen Euro.
Damit hat Otto Beisheim alles, was er will: ein repräsentatives Denkmal auf enteignetem jüdischem Grund mit Blick über Berlin errichtet, zugleich aber auch seinem einzigen Konkurrenten, Karstadt-Quelle, einen Dolchstoss verpasst. Dieser Konzern sieht sich nun gezwungen, deutschlandweit 75 Kaufhäuser zu verkaufen. Es gibt auch schon einen interessenten: die dubiose Firma "BC Partners" mit Sitz in London. BC - das sind genau die Buchstaben für Beisheim Center, die über dem Beisheim-Platz prangen. Zufall? Durch Miteigentum am Karstadt-Quelle-Konzern würde er auch Miteigentümer des Hertie-Konzerns: ein Konzern, dessen Namen noch immer an den Namen seines jüdischen Gründers Herrn Tietz (HerTie) erinnert, obwohl auch diese Famile zur Zeit des Faschismus enteignet worden war und die dagegen ebenfalls klagt. Ein weiterer Schlag in die Fresse der deutschen Geschichte ist die Hertie School of Governance und die European Business School, eine private Eliteuniversität im Stile eines amerikanischen Think-Tank an ebenfalls brisanter Adresse. Sie befindet sich nämlich im ehemaligen Staatsratsgebäude am Schlossplatz hinter ausgerechnet jenem Balkon des Berliner Stadtschlosses, von dem aus 1918 die sozialistische Republik ausgerufen worden war. Otto Beisheim erschlägt manchmal gerne zwei Vögel mit einem Stein.
Otto Beisheim lässt sich immer wieder würdigen als einer der erfolgreichsten Unternehmer Deutschlands. Ihm gehören unter anderem die Otto-Beisheim-Holding mit Sitz in der Schweiz, er unterstütz aber auch die Otto-Beisheim-Stiftung und mehrere Lehrstühle für Betriebswirtschaftslehre.
Metro, dem Konzern Otto Beisheims, gehören u.a. die Kaufhäuser Kaufhof am Alexanderplatz, Saturn am Alexanderplatz sowie Kaufhof am Ostbahnhof. Metro wird auch Flächen betreiben auf dem Kaufhauskomplex, der derzeit an der Alexanderstraße entsteht.
In einem Informationspapier von der Otto-Beisheim-Stiftung heisst es, dass der Konzern bereits übersättigt sei mit Fläche. "Nicht Erweiterung, sondern Qualifizierung und Inszenierung der bereits heute übermäßig vorhandenen Flächen müssen im Zentrum der zukünftigen und nachhaltigen Entwicklung stehen", heisst es darin. Das Konzept nennt sich "ESSHAH-Regel" - Erreichbarkeit, Sauberkeit, Sicherheit, Helligkeit, Attraktivität und Herzlichkeit. Nur die letzten zwei Punkte beziehen sich auf das Kaufhaus selbst, die ersten vier betreffen die Stadt drum herum. Daher finanziert die Otto-Beisheim-Stiftung Ende des Jahres auch ein Kolloquium zur "Zukunft der Innenstädte".
Völlig klar, warum Otto Beisheim 300.000,- Euro für den Wiederaufbau der Mauer spendet. Nach Abzug vom zu versteuernden Einkommen stellt die Spende nur noch eine Belastung von 150.000,- Euro dar. Wenn nun aber die Gegend dadurch erreichbar, sauber, sicher und hell wird, werden sich sicherlich mehr Käufer finden für das Kaufhaus am Ostbahnhof und dieses Geld schnell wieder einspielen. Gentrifizierung ist Teil des Marketingkonzepts. Vielleicht gehört Herrn Beisheim noch das eine oder andere Grundstück daneben oder er ist am Kauf einiger davon interessiert; beispielsweise am Oranienplatz, der nun auch neu gestaltet werden soll, und an dem mehrere ehemals jüdische Kaufhäuser leerstehen. Otto Beisheim erschlug, wie gesagt, schon immer gern zwei oder mehrere Vögel mit einem Stein.
Die Spende zum Wiederaufbau des Luisenstädtischen Kanals ist ein gutes Beispiel für den Umgang mit dem Mauerstreifen. Ein schönes Arkadien soll entstehen, ein innerstädtischer Boulevard, ganz in der preußischen Tradition, die einerseits Schlacht- und Gräberfelder hinterließ, aber immer auch bestrebt war hübsche öffentliche Gärten zu erzeugen, in denen man die brutale Wirklichkeit deutscher Geschichte vergessen kann. Dieses Vergessen dient einem doppelten Interesse: einerseits der tatsächlichen Wertsteigerung der Innenstadtgrundstücke, zumindest teilweise in Besitz der Täter von einst, und andererseits um die schmutzige Herkunft dieses Reichtums zu verdrängen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,344697,00.html
http://www.chicagojewishnews.com/archives_articles.jsp?id=192759
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2004/0110/wirtschaft/0064/
http://www.freitag.de/2004/04/04040501.php
http://www.freitag.de/2005/10/05100301.php
http://www.stern.de/wirtschaft/immobilien/meldungen/533609.html?nv=cp_L1_aa
https://ssl.kundenserver.de/bestellung.konkret-verlage.de/kvv/an.php?text=ankonkret&jahr=2004&mon=03
http://infos.aus-germanien.de/Leibstandarte_Adolf_Hitler